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2,5 Jahre und noch längst nicht tot

Es ist schon über zweieinhalb Jahre her, dass ein Traum in Erfüllung ging und endlich ein unkommerzieller, alternativer, (links)politischer Raum in der Mainzer Innenstadt eröffnete. Der Infoladen sollte und soll einen Gegensatz zu stadtpolitischen und gesellschaftlichen Entwicklungen bilden, die immer mehr Leute ausschließen, vereinzeln und damit (Selbst)organisation verhindern.

In dieser Zeit wurde viel erreicht, es gab zahllose Treffen, großartige Veranstaltungen, bei denen der Laden aus allen Nähten platzte und es gibt hier immer Dinge, die nicht selbstverständlich sind. Viele Menschen können sich die Stadt nicht mehr ohne den Infoladen vorstellen.

Allerdings wird der Infoladen von Vielen mittlerweile als selbstverständlich wahrgenommen. Viele Einzelpersonen und auch Gruppen sind sich nicht bewusst, dass der Laden zwei Dinge braucht, um auch in Zukunft existieren zu können: Beteiligung und Geld. Auch wenn das Cronopios Raum und Angebote für Menschen und Gruppen mit geringen finanziellen Mitteln bietet, so heißt das nicht, dass alles umsonst ist. Auch wenn es einige wenige Engagierte gibt, die die wichtigsten organisatorischen Dinge am Laufen halten, so heißt das nicht, dass der Rest nur konsumieren kann.

Das Cronopios war von Anfang an ein Ort, der seine Daseinsberechtigung aus dem defizitären und absurden Zustand dieser Welt und dieser Stadt zieht, aber auch aus dem, was die Menschen verwirklichen wollen, ihren Ideen und ihrer Energie, diese umzusetzen.

Und um diesen Ort dauerhaft erhalten zu können, braucht es die Wertschätzung und Solidarität Vieler. Viele kleine und größere finanzielle Beiträge machen das Alles erst möglich. Bring euch ein!

»Demo für Alle« – Läuft nicht! Let’s make some beautiful trouble!

am 30.10 soll im Rahmen einer sogenannten „Demo für alle“ in Wiesbaden dämonsiert werden.
Organsisiert wird diese Demo von einer Mischung aus Besorgten Eltern,
christlichen Fundamentalist_innen und Afd-Unterstützenden und richtet
sich offizell gegen den neuen „Bildungsplan für sexuelle Vielfalt“ in
Hessen und inoffiziell gegen alles was nicht in ein rechts-konservativen
Weltbild passt, insbesondere gegen Geschlechteremanzipation, queere
Lebensrealitäten und progressive Sexualpädagogik.
Nun kann mensch von Bildungsplänen halten was eins möchte, aber für
derartig menschenverachtendes Gedankengut sollte es keine Bühne geben,
darum lasst uns diesem Zusammenschluss am 30.10 die Show stehlen! Cronopios ist dabei & hier findet ihr den Aufruf zur Gegendemonstration

http://laeuftnicht.blogsport.eu/aufruf/

Unter dem Slogan »Demo für Alle. Ehe und Familie vor! Stoppt
Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder« versuchtam 30.
Oktober in Wiesbaden ein Bündnis aus AntifeministInnen, Konservativen,
christlichen FundamentalistInnen, „besorgten Eltern“und Nazis auf die
Straßezugehen. Das traditionelle Leitbild der Familie als »Keimzelle der
Nation« und die Ideologie einer »natürlichen« Zweigeschlechterordnung
machen neue und alte Rechte anschlussfähig bis weit in die »Mitte« der
Gesellschaft.

Das Ziel der »Demo für Alle« ist der Kampf gegen
Geschlechteremanzipation, queere Lebensrealitäten und eine
Sexualpädagogik – die sie verzerrend als »Frühsexualisierung«
darstellen. Aktueller Anlass ist die Erneuerungdes hessischen Lehrplans
zur Sexualerziehung an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen.
Eingebettet in einen rassistischen, nationalistischen und klassistischen
Kanon, werden all diejenigen, die diesem rückwärtsgewandten
Gesellschaftsmodell nicht entsprechen oder es in Frage stellen
ausgegrenzt, herabgewürdigt und angegriffen. An anderer Stelle äußert
sich die Ideologie der Familie als »Keimzelle der Nation« in einer
Verachtung von an den Rand Gedrängten und in Brandanschlägen auf
Unterkünfte von Geflüchteten.

We are here and we are queer!

Die »Demo für Alle« ist ein fundamentaler Angriff auf queere
Lebensrealitäten. Es geht am 30. Oktober nicht um die Verteidigung eines
Lehrplans. Durch unseren Protest stellen wir uns der Festschreibung
starrer Geschlechterrollen entschlossen entgegen. Wir kämpfen für eine
Anerkennung der Vielfalt der Geschlechter. Wir kämpfen für ein Ende der
Pathologisierung und Ausgrenzung von LGBTIQ-Personen. Wir wehren uns
gegen jegliche Idee eines nationalistisch-verwobenen, biologistischen
Familienmodells. Wir setzen uns für solidarische, vielfältige und
alternative Beziehungs- und Familienkonzepte ein.Lasst uns
antisexistische, antirassistsische,antifaschistische Kämpfeund den
Widerstand gegen Homo-, Bi und Transfeindlichkeit verbinden:

Gemeinsam, entschlossen, bunt und queer auf die Straße!
»Demo für Alle« unmöglich machen – am 30. Oktober und jeden Tag!