4 Jahre Infoladen Cronopios – (wie) wird es weitergehen?

Seit über vier Jahren gibt es nun einen unkommerziellen, selbstverwalteten, alternativen Raum in der Mainzer Innenstadt – den Infoladen Cronopios. Der Infoladen sollte und soll einen Gegensatz zu stadtpolitischen und gesellschaftlichen Entwicklungen bilden, die immer mehr Leute ausschließen, vereinzeln und damit (Selbst)organisation verhindern. Bis 2014 gab es keinen solchen Raum in der Innenstadt (das Haus Mainusch, mit dem wir uns jederzeit solidarisch erklärten und erklären, liegt etwas außerhalb auf dem Campus). In den vergangenen Jahren konnte der Infoladen Cronopios dieses Defizit gut ausfüllen: Es gab gut besuchte Veranstaltungen, Workshops, Lesekreise, Filmvorführungen und Koordinationstreffen verschiedener, teils überregionaler Bündnisse. Es gab und gibt die Möglichkeit für Küfa, kostenlosen Brunch und selbstorganisierte Deutschkurse sowie soziale Beratung in Miet- und Behördenfragen und Gruppentreffen. Angebote, die ohne einen Raum in dieser zentralen Lage so nicht hätten stattfinden können.

Es ist erfreulich, dass der Infoladen Cronopios in der alternativen und linken Szene der Stadt seinen festen und etablierten Platz hat. Allerdings müssen wir feststellen, dass die Euphorie und die Bereitschaft zum Engagement in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen sind, was sich sowohl personell als auch finanziell zeigt. Letztes Jahr standen wir, wie sich einige von Euch sicherlich erinnern, vor einer ganz ähnlichen Situation. Nach unserem damaligen Hilferuf erfuhr der Infoladen Cronopios eine große Welle an Solidarität und wir konnten die Schließung noch einmal abwenden. Dafür sind wir sehr dankbar!

Nun ist die Lage erneut prekär. Mittlerweile gibt es lediglich eine knappe handvoll Menschen, die sich um die Infrastruktur des Ladens kümmern. Dies ist kein Dauerzustand und wir fragen uns, wie und ob der Infoladen weiterhin erhalten werden kann.

Auch wenn das Cronopios Raum und Angebote für Menschen und Gruppen mit geringen finanziellen Mitteln bietet, so heißt das nicht, dass er ‚umsonst da ist.‘ Er ist nicht selbstverständlich! Wir müssen jeden Monat knapp 1000€ an laufenden Kosten aufbringen, das ist eine Menge Geld, weshalb wir Gruppen und Einzelpersonen, denen etwas am Laden liegt, aufrufen, sich, je nach ihren Möglichkeiten, finanziell zu beteiligen.

Auch wenn es einige wenige Engagierte gibt, die die wichtigsten organisatorischen Dinge am Laufen halten, so heißt das nicht, dass der Rest nur konsumieren kann. Es müssen vor allem öffentliche Veranstaltungen organisiert werden, damit das Cronopios und unsere
Anliegen (i.e. Kritik an Gentrifizierung und Kampf gegen rechtes Gedankengut) auch über den Kreis der ‚üblichen Verdächtigen‘ hinaus in der Stadt sichtbar werden, der Laden mit Inhalt gefüllt wird – und Geld rein kommt. Jede_r* kann hier etwas tun! Kochen, Kneipenabend, Workshops…die Möglichkeiten sind vielfältig. Und wenn sich viele Menschen einbringen, ist der Arbeitsaufwand für den_die Einzelne_n* sogar relativ gering.

Daher bitten wir Euch, die ihr Sympathien für den Infoladen Cronopios hegt und an seinem Weiterbestehen Interesse habt:

– Erwägt eine regelmäßige Spende nach euern finanziellen Möglichkeiten
– Kommt vorbei und holt euch Flyer, sprecht Menschen in euerm Umfeld an
– Euch brennt ein Thema unter den Nägeln? Macht eine Veranstaltung dazu!
– Nutzt den Infoladen und vor allem: Macht mit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.